Bericht eines Vierbeiners aus dem ersten Ferienkurs 2003
Ein Cao auf Erziehungsreisen im Schwarzwald

Eigentlich gehorche ich ja schon recht gut für meine 14 Monate, aber mein Frauchen meint, dass man immer noch dazulernen kann, vor allem unter Ablenkung und mit anderen Freunden und vor allem auch ohne den grossen Hundebruder Pasco. Also sind wir für eine Woche ganz allein (das ist toll!) im Schwarzwald und versuchen, unsere Erziehung zu vervollständigen und zu festigen und sind ganz gespannt, was uns hier geboten werden kann unter der kompetenten Führung der Oberglatter-Knurrli-Chefinnen Sylvia Gohl und Irène Keller.
Montag, der erste Tag
Kennenlernen der Mitstreiter ist angesagt. Wie schön, wir sind eine kleine, aber dynamische Gruppe und meine beste Freundin Pina - ein Pumi ist auch dabei. Die meisten sind auch erst 14 Monate alt. Bei Sonnenschein, aber ausgesprochen eisigen Temperaturen, suchen wir einen windgeschützten Platz für das erste Beschnuppern und um festzustellen, wer die schnellsten Runden drehen kann. Und schon kommt die erste Erziehung: "Wer kommt am schnellsten wieder zu Frauchen zurück?" Dann geht es weiter mit korrektem Laufen, Anhalten, Sitz/Platz. Nach dieser anstrengenden Kopfarbeit, gibt es auch viel Spass mit: "Wer findet das versteckte Gutzi im Socken?" Der Morgen vergeht
wie im Flug und unglaublich… aber am Nachmittag beweisen wir alle, dass wir vom ersten Trainingsmorgen schon profitiert haben! Alle laufen schon ganz manierlich an der Leine, halten an, hören zu… ein voller Erfolg.
Nun werde ich noch testen, ob ich auch das erste Mal ruhig in einem Hotelzimmer bleiben kann, während mein Frauchen sich kulinarisch verwöhnen lässt!
ein Leinen- oder Gutzi-Gnusch ...
Am Nachmittag wird es dann ganz spannend. Das Gelernte muss hintereinander vorgeführt werden und das einzeln. Da sind wir nun echt gestresst, zuerst Slalom laufen und ein perfektes Sitz/Platz/Sitz. Dann die Voran-Übung mit Gutzis und gleich noch das Tragen

Donnerstag
Wir trauen unseren Augen nicht - aber draussen ist alles weiss! In der Nacht hat es  geschneit, aber das hält uns Hündeler natürlich nicht davon ab, die Erziehung weiter zu vervollständigen - ganz nach dem Motto: "Es gibt kein schlechtes Wetter - nur schlechte Kleidung!" Tapfer und warm gekleidet wird die Hundeschule fortgesetzt. Hoffentlich haben wir das Gelernte nicht vergessen! Aber die Übungen sitzen meistens auf Anhieb! Natürlich wird auch immer wieder etwas Neues eingebaut. Heute lernen wir Hunde das ‚Voran‘ und da dies mit vielen Gutzis und Würstli verbunden ist, macht auch dies sofort Spass und wird begriffen!
Es schneit ununterbrochen und die Leiterinnen beschliessen, am Nachmittag eine Theoriestunde durchzuführen. Hochinteressant wird der Ernstfall geübt, der hoffentlich nie eintreffen wird. Verbände werden angelegt, Parasitenbekämpfung und Magenumdrehungen beschrieben, auf Gefahren hingewiesen und auch Notfall-Tropfen sind für uns Vierbeiner geeignet. Als fast ausgebildete Tierhelfer schliessen Frauchen und Herrchen den Tag ab. Der letzte Abend ist angebrochen und wir sind sehr gespannt, was uns der letzte Tag noch bringen wird.

Freitag - der letzte Tag
Wie alte Profis stellen wir uns am Morgen an und machen alle Wendungen perfekt. Sogar die Links-Wendung gelingt hie und da auf Anhieb - der Hundeführer hat da sowieso mehr Probleme als der Hund! Es gibt immer wieder

Dienstag
Am zweiten Tag wird zuerst einmal alles repetiert und siehe da, alle haben schon Fortschritte gemacht. Das Fusslaufen ist heute viel harmonischer. Ein Team wird verdächtigt, die ganze Nacht im Hotelgang geübt zu haben! Am Nachmittag lernen wir schon Apportieren oder überhaupt auf Befehl einen Gegenstand ins Maul zu nehmen. Es werden Gutzi und Apporteli vor die Nase gehalten, bis wir begreifen, dass ein Halten vom Holzstück sofort eine feine Belohnung nach sich zieht. Es geht sowieso immer alles um das Begreifen und Verstehen, was diese Hundemenschen nun eigentlich von uns wollen. Bis zum perfekten BH-mässigen Apportieren scheint noch ein langer Weg zu sein.
Zur Auflockerung werden dann dem Fraueli die Augen verbunden und ich Miro werde an eine Schraube gepflockt. Alle, die schon auf Befehl bellen oder jammern, haben die Chance schnell gefunden zu werden. Ich aber erstarre in dieser ungewohnten Situation und gebe vor lauter Schreck keinen Pieps von mir. Na ja… die anderen ergötzen sich köstlich an dieser ulkigen Situation. Dann folgt noch Zahnpflege, wo wir nicht alle gleich gerne hinhalten. Wieder ein abwechslungsreicher interessanter Tag. Miro-Hund ist hundemüde und mag nicht mal mehr gross spielen - ganz ungewöhnlich! Aber so ein ganzer Tag draussen mit so vielen Eindrücken ist echt anstrengend und nicht zu unterschätzen.

Mittwoch - der Ruhetag
Erst um 10.30 geht es los mit einem Spaziergang oder einer Wanderung. Was ist der Unterschied? Als es dann über Stock und Stein geht, sind sich alle einig - das war eine Wanderung! Unterwegs gibt es sehr viele Eindrücke, wir begegnen auch Eseln, Vögeln, Hasen und anderem Getier. Das Wetter spielt auch einigermassen mit und es schneit erst, als wir schon wieder in einem warmen Gasthaus sitzen und uns wiederum kulinarisch verwöhnen lassen.
vom Apportier-Holz. Kaum brilliert, kommt auch schon das Gehen bei Fuss mit zwei Wendungen und das alles gleich noch einmal ohne die helfende Leine! Es wird eifrig geklatscht von den Zuschauern und kommentiert: "Das hat er aber am Montag noch überhaupt nicht gemacht, welch ein Fortschritt".
Fazit
Die Woche war intensiv und aktiv - aber es hiess ja auch "Aktivferien mit dem Hund". Es hat allen Beteiligten viel Spass gemacht und beim abschliessendem Zusammensitzen waren sich alle einig: "Es hat sich gelohnt und alle haben Fortschritte gemacht". Die kompetenten, einfühlsamen und harmonischen Leiterinnen haben keine Mühe gescheut und uns allen viel beigebracht. Wir können diese Woche allen Hundebesitzern wärmstens weiter empfehlen - wenn doch nur sie alle auch so gut erzogen würden!


Im April 2003
K’Miro von Mabrunic genannt Miro und Gabriela von Rautenkranz